Der Blaue Reiter
Im Dezember 1911 gründen Wassily Kandinsky und Franz Marc in München den Künstlerverein „Der Blaue Reiter“. Ziel ist es, mit den alten Maltraditionen der Akademien zu brechen und eine Plattform für „Neue Kunst“ und neue künstlerische Ausdrucksformen zu schaffen. In München, Murnau und in der Gegend von Kochel am See entwickelte sich die zweite bedeutende Kunstrichtung des Expressionismus.
Als Wassily Kandinsky und Gabriele Münter gemeinsam mit Alexej Jawlensky und Marianne von Werefkin im Sommer 1908 nach Murnau kamen, entstand eine Malerei, die nicht mehr dem Vorbild der Natur im gewohnten Sinne folgte, sondern den subjektiven Eindruck erfasste und die vorangegangene „impressionistische“ Malweise völlig hinter sich ließ. Beeinflusst von Murnau und seiner Landschaft, entwickelten sie eine auf Grundformen reduzierte, flächige Bildgestaltung, die auf alles Nebensächliche verzichtete und mit ungemischten, kontrastreich gesetzten Farben eine Intensität und Steigerung des bildlichen Ausdrucks bewirkte. Ausstellungsforum der neuen expressiven Kunst war seit 1909 die „Neue Künstlervereinigung München“, der neben den oben genannten u.a. auch August Macke, Franz Marc und Alfred Kubin angehörten. Im Dezember 1911 traten Kandinsky, Münter, Marc und Kubin aus und zeigten unter dem Namen „Der Blaue Reiter“ eine eigene Ausstellung in der Galerie Thannhauser. Der Name leitet sich von Kandinskys Werk von 1903 ab, das einen reitenden Helden in einer Herbstlandschaft darstellt. An dem 1911/12 entstandenen Almanach „Der Blaue Reiter“, eine der wichtigsten programmatischen Schriften für die Kunst des 20. Jahrhunderts, beteiligten sich zahlreiche Künstler mit Text- und Bildbeiträgen aus den verschiedensten Bereichen der Bildenden Kunst, der Volkskunst, der Musik und des Theaters.


